Out of my comfort zone – Au Pair

Ich bin sicher, es gibt Menschen, die sind zufrieden mit sich selbst, ihrer Umgebung und ihrem Horizont. Sie streben nicht nach mehr und sehnen sich nicht nach der Ferne. Zu dieser Sorte Mensch gehöre ich wohl von Grund auf nicht. Trotzdem bin ich das ein Stück weit auch. Zumindest bin ich an einem glücklichen Punkt in meinem Leben, an dem ich mich zwar noch lange nicht angekommen fühle, aber der für das Hier und Jetzt perfekt zu sein scheint. 
An diesem Punkt war ich schon einmal. Bis zu dem Tag an dem mich meine Jugendliebe nach einigen Jahren verlassen hat. Ohne ein Wort, ohne eine Entschuldigung. Es folgten Wochen und Monate der Ablenkung, Trauer und Einsamkeit. Bis ich mich dazu entschloss auszubrechen und entschied wegzugehen. 
Im Nachhinein war das wahrscheinlich die Beste Entscheidung meines Lebens.
An diesem Tag fing ich an nach Möglichkeiten zu suchen. Einige Monate später wohnte ich bei einer amerikanischen Familie und war fortan die Nanny ihrer Kinder.
Kinder? Finde ich schon immer süß und irgendwann werde ich sicher auch eigene haben. 
Aber ich gehörte nie zu der Sorte Mädchen, die schon immer Kindergärtnerin, Grundschullehrerin oder Hebamme werden wollte. Auch aufs Babysitten war ich nie scharf.
Warum um Gottes Willen, bist du dann Au Pair geworden, fragt ihr euch?
Die Antwort war. Konfrontation – Raus aus dem gewohnten Umfeld. Raus aus meiner Comfort Zone, wie man es heute so schön sagt. 
Ab sofort war es meine Aufgabe, 6 Mal am Tag ein Baby zu wickeln, die Ersatzmama zu spielen und einen Haushalt zu managen. Ich kann euch sagen, Tag 1 bis 7 waren furchtbar. Aber ich glaube, wir Menschen sind dazu gemacht, uns schnell an neue Situationen zu gewöhnen und an Ihnen zu wachsen.
Ich bin gewachsen. Sehr viel sogar. Nach wenigen Wochen war ich die Löwin, die ihre Schützlinge verteidigt und über sie wacht. 
Umgeben von nur fremden Menschen, die eine andere Sprache sprechen, furchtbare Essensgewohnheiten haben und auch sonst so anders sind, habe ich mich selbst kennengelernt. 
Ich bin der Meinung, Menschen können nur zu der besten Version ihrer selbst werden, wenn sie sich von außen, von einer anderen Umgebung (und das muss nicht mal ein anderer Kontinent sein) selbst reflektieren und beobachten. 
Würde ich es wieder tun? Trotz schier unbesiegbaren Hürden? 
Die Antwort ist: Ja. Jederzeit. Vielleicht sogar genau deshalb.
Deshalb habe ich mir zur Aufgabe gemacht, meine Mitmenschen zu ermutigen fortzugehen. Wegzulaufen. Um am Ende bei sich selbst anzukommen.
Seid ihr schon mal aus eurer Comfort Zone ausgebrochen? Und würdet ihr es wieder tun?
Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen..

2 thoughts on “Out of my comfort zone – Au Pair

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