Living abroad – Warum ich jetzt am anderen Ende der Welt lebe..

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Okay, das andere Ende der Welt ist wohl geografisch nicht ganz korrekt. Allerdings fühlt es sich doch sehr so an. Seit vier Wochen lebe ich nun in den USA. Seit meiner Ausreise aus Deutschland haben mich viele Nachrichten, vor allem auf Instagram erreicht. Tatsächlich schaffe ich erst jetzt auf viele Fragen zu antworten, denn die letzten Wochen und Monate waren turbulent.

Noch im August war ich der festen Überzeugung, dass ich nach meinem Praxissemester wieder in den Unialltag und damit in mein sechstes Semester einsteige. Auch einen Vertrag für eine Teilzeitstelle hatte ich schon in der Tasche. Und dann kam alles anders. Denn erst Mitte August bekam ich ganz unerwartet und spontan das Angebot, ab Oktober ein Auslandspraktikum in den USA zu absolvieren. Ich hatte nur eine Nacht Zeit, mich zu entscheiden, ob ich meinen Freund, unsere Wohnung, meine beste Freundin und meine Familie, meinen sicheren Job und meinen Unialltag für ein halbes Jahr zurücklassen kann oder nicht. Die Wahrheit ist – ich habe nie drüber nachgedacht. Denn eine solche Möglichkeit war schon immer mein Traum. Ob ich es kann? Wusste ich nicht. Ob es vernünftig wäre? Wusste ich auch nicht. Dass es eine einmalige Chance war, war mir aber klar. Und weil ich den großartigsten Partner, die besten Eltern und die beste Freundin der Welt habe, kämpften wir.

In nur vier Wochen besorgten wir ein überteuertes Visum, erledigten allmöglichen Papierkram, buchten einen One-Way-Flug, suchten eine Wohnung in einer guten Gegend und genossen jede Sekunde, die uns noch blieb. Ich spreche von wir, weil ich von Beginn an das Gefühl hatte, das ich dieses Abenteuer nicht alleine starte. Im Rücken habe ich nämlich immer ein großartiges Team, das meine Entscheidung von der ersten Sekunde bekräftigt hat und alle Hebel in Bewegung setzte, damit sich dieser Traum für mich erfüllt. Im Nachhinein war der Zeitdruck das beste, was mir passieren konnte. Denn hätte ich wochenlang über eine Entscheidung für oder gegen nachgedacht, hätte ich mich vermutlich verkopft und die sichere, gewohnte Variante gewählt.

Dass der Tag meines Abflugs dann doch ein bisschen schneller kam, wie gedacht, war nicht einfach. Auf den Abschied in der Flughafenhalle muss ich hier sicherlich nicht eingehen. Deshalb, fast forward.

Seit einem Monat lebe ich nun in Charleston, South Carolina und damit in einer der schönsten, historischsten und aufregendsten Städte Amerikas. Die Südstaaten haben einen unvergleichlichen Charme, die Menschen sind noch freundlicher, als man es von den Amerikanern gewohnt ist (und ja, ich befürworte definitiv eine oberflächliche Freundlichkeit im Gegensatz zu schwäbischem Gegrummel) und die Landschaft ist unvergleichlich. Ich lebe zusammen mit einer großartigen amerikanischen Studentin nur wenige Minuten vom Meer entfernt und die Wochenenden verbringen wir bisher fast ausschließlich am Wasser.

Unter der Woche arbeite ich hier vermutlich so hart, wie nie zuvor. Wir Deutschen sind doch sehr verwöhnt und die Arbeitsbedingungen sind absolut nicht zu vergleichen. Trotzdem habe ich tolle Aufgaben, viel Verantwortung und super nette Kollegen. Ich freue mich wahnsinnig auf die nächsten Monate, auf all die spannenden Dinge, die noch kommen werden und darauf, die Südstaaten zu erkunden. Und ja, eine Fernbeziehung über diese Distanz ist unglaublich hart. Aber wäre ich mir nicht sicher gewesen, dass wir es nicht überstehen könnten, wäre ich nie hierher gekommen. Wir sind uns trotzdem ganz nah und der nächste Besuch ist gar nicht mehr so weit entfernt.

Ich schreibe in Zukunft gerne regelmäßig über mein ganz persönliches Abenteuer, wenn ihr Interesse habt? Was würdet ihr gerne lesen? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

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